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Sichtbarkeit unter neuen Vorzeichen – Werbung draußen, Wirkung drinnen?

Außenwerbung boomt – nicht trotz, sondern gerade wegen der digitalen Reizüberflutung in anderen Kanälen. Fernsehen nervt, Radio dudelt, Print ist rückläufig – aber ein clever platziertes Plakat erreicht. Besonders für mittelständische Unternehmen ist Out-of-Home-Werbung (OoH) ein stabiler Pfeiler im Mediamix. Sichtbarkeit in der echten Welt, dort, wo Menschen sich tatsächlich bewegen: lauter, bunter und exakt zählbar. Doch reicht „gesehen werden“ heute noch?

Pixel statt Plakat

München. Die PlakaDiva 2025 „Be different“ zeigte einmal mehr, wie Außenwerbung relevant bleibt: Überraschung statt Austauschbarkeit. Was vor nunmehr 170 Jahren mit Ernst Litfaß begann, bleibt im Kern gleich: Fläche gegen Aufmerksamkeit. Rund 20.000 bis 30.000 klassische Litfaßsäulen gibt es immer noch. Zunehmend selbstbewusster inszeniert sich ihre digitale Verwandtschaft – leuchtend animiert auf großformatigen Screens. Die Frage, wie man Botschaften heute „auf die Straße“ bringt, scheint so alt wie das Werbewesen selbst – und zugleich aktueller denn je. Kreativität und Technologien werden zur entscheidenden Währung. Es geht um strategische Ausrichtung, Absatzsteigerung und Präsenz. Seit 1963 versteht sich der Fachverband Aussenwerbung (FAW) als Stimme der Out-of-Home-Branche und bespielt heute mit rund 100 Unternehmen über 90 Prozent aller verfügbaren OoH-Werbeflächen in Deutschland.

PlakaDiva Gold – Berührend. Live. Reduziert.

Jährlich ehrt der FAW seine Besten. Deutschlands führender Award für Außenwerbung belohnt kreative Exzellenz, strategische Finesse und Innovationskraft beim Einsatz von Kommunikation im öffentlichen Raum. Sichtbarkeit ist dabei heute kein Verdienst mehr – sie ist Grundvoraussetzung. Aus über 150 Einreichungen schafften es 35 Kampagnen ins Finale. In der Jury: Fachmedien, Kreative, Werbepartner. Verliehen wurden viermal Gold, dreimal Silber, dreimal Bronze – gefeiert von 550 Gästen im Münchener Werksviertel.

Zum dritten Mal vergab der FAW den Sonderpreis für gesellschaftlichen Nutzen: Gold für Unsilence the Violence von Terre des Femmes. Drei weibliche Statuen wurden im „Sexual Awareness Month“ 2024 zu mahnenden Medienflächen gegen sexuelle Belästigung. Ein stilles Tabu wurde im öffentlichen Raum laut. „Out of Home ist längst mehr als Werbung – es ist ein demokratisches Forum“, betonte FAW-Präsident Alexander Stotz.

Die Kategorie „Beste Medienstrategie“ zeigte erneut: Große Ereignisse, wie die EM 2024, beflügeln strategische Außenwerbung. Gleich drei prämierte Kampagnen griffen das Turnier auf. Bitburger gewann mit Bitte come to Germany die goldene Trophäe. Mit landessprachlichen Botschaften ging die deutsche Biermarke auf europaweite Sympathiereise. Auf mehr als 2.000 selektierten Touchpoints wurden Fußballfans eingeladen, Deutschland (und Bitburger) näher kennenzulernen – charmant lokal.

Auf ein Neues

Selbst am Galaabend wurden Ideen leidenschaftlich weitergedacht – vom Anspruch des Wettbewerbs bis zur Hoffnung auf Auszeichnung. Ein Fest der Sinne dank fairer und weitsichtiger Juryurteile sowie einer grandiosen Organisation unter Leitung von Karin Winter. Deutschlands führender Wettbewerb um hausragende OOH-Kommunikation mit „Machbarkeitsgarantie“ ist erneut gestartet. Noch bis zum 31. Januar 2026 können Kampagnen eingereicht werden. München sagt Servus – PlakaDiva 2026 geht nach Düsseldorf.

www.plakadiva.com