Rentenlücke schließen und Steuern sparen – heute an morgen denken
Hohe Steuerlast, eine unter Druck stehende gesetzliche Rente und eine Inflation, die langfristig an der Kaufkraft des Ersparten zehrt: Gerade für jüngere Erwerbstätige stellt sich die Frage, wie sich die eigene finanzielle Absicherung im Alter ergänzen lässt. Denn wer früh mit dem Vermögensaufbau beginnt, hat einen entscheidenden Vorteil: Zeit. Um die Altersvorsorge zu sichern, kann auch ein Teil der Steuerlast gezielt privat angelegt werden. Doch wie funktioniert ein solches Modell – und für wen kann es tatsächlich sinnvoll sein?

Die Rentenlücke beginnt nicht erst kurz vor dem Ruhestand
Für die Generation 30 plus klingt die Rente zunächst wie ein Thema der fernen Zukunft. Doch gerade diese Perspektive kann zum Problem werden. Denn wer erst mit 50 oder 55 Jahren beginnt, sich ernsthaft mit der eigenen Altersvorsorge auseinanderzusetzen, hat deutlich weniger Zeit, Vermögen aufzubauen. Das deutsche Rentensystem steht gleichzeitig vor erheblichen Problemen. Die Gesellschaft wird älter, während immer weniger Beitragszahler für immer mehr Rentner aufkommen müssen. Hinzu kommt die Inflation: Selbst wenn das Einkommen langfristig nominal steigt, verliert Geld über die Jahre an Kaufkraft.
Damit treffen drei Entwicklungen aufeinander: Steuern, Rentenlücke und Inflation. Wer beispielsweise gut verdient, zahlt heute einen erheblichen Teil seines Einkommens an den Staat. Gleichzeitig reicht die gesetzliche Rente bei vielen Menschen später nicht aus, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Warum sollte man nicht einen Teil der heute gezahlten Steuern gezielt für den eigenen Vermögensaufbau nutzen?

Der stille Vorteil: Immobilien statt Finanzamt
Neben Aktien, ETFs (börsengehandelte Indexfonds), Fonds oder anderen Anlageformen kann eine vermietete Neubauimmobilie ein Baustein der langfristigen Vermögensbildung sein – insbesondere, wenn staatliche Anreize ineinandergreifen. Bei entsprechender Bonität und Finanzierungskonstellation lässt sich ein erheblicher Teil des Kaufpreises finanzieren, während steuerliche Effekte die eigene Belastung mindern. Den zentralen Hebel bilden bei entsprechenden Voraussetzungen dabei die degressive Gebäudeabschreibung von 5 Prozent (§ 7 Abs. 5a EStG) sowie die vierjährige Sonderabschreibung (§ 7b EStG) in gleicher Höhe. Beide senken das zu versteuernde Einkommen merklich. Der Effekt: Ein Teil der Steuerlast fließt nicht ans Finanzamt, sondern in den eigenen Vermögensaufbau.
Das bedeutet nicht, dass die Immobilie sich automatisch selbst finanziert. Zinsen, Tilgung, Miete, nicht umlagefähige Kosten, Rücklagen und Steuern müssen individuell betrachtet werden. Je nach Kaufpreis, Finanzierung, Einkommen, persönlichem Steuersatz und Miete kann sich jedoch ein vergleichsweise geringer monatlicher Eigenaufwand ergeben. Der entscheidende Gedanke dahinter: Nicht sämtliche Steuern fließen endgültig aus dem eigenen Vermögen ab. Ein Teil der steuerlichen Entlastung kann – richtig eingesetzt – in den persönlichen Vermögensaufbau zurückfließen.

Das Prinzip: Mit Steuerrückführung Vermögen aufbauen
Der entscheidende Unterschied zu anderen Anlageformen liegt im Zugang: Immobilien sind praktisch das einzige Finanzinstrument, das sich – bei entsprechender Bonität – ohne nennenswertes eigenes Kapital erwerben lässt. Für den Kauf von Aktien, ETFs oder anderen Sachwerten vergibt keine Bank ein Darlehen; hier muss das Kapital vollständig aus eigenen Mitteln aufgebracht werden.
Dabei sollte allerdings eines nicht vergessen werden: Immobilien sind kein Selbstläufer. Lage, Kaufpreis, Bauqualität, Vermietbarkeit, Finanzierung, Zinsentwicklung und die wirtschaftliche Situation des Käufers entscheiden maßgeblich über den Erfolg einer Investition. Eine Immobilie sollte deshalb nicht allein wegen einer Steuerersparnis gekauft werden. Die Immobilie selbst muss wirtschaftlich überzeugen. Wer die eigene Steuerrückführung konsequent für den Vermögensaufbau nutzt, verwandelt eine ohnehin fällige Zahlung an das Finanzamt in einen realen, wachsenden Vermögenswert. Das kann den Unterschied zwischen einer auskömmlichen Altersvorsorge und einer Versorgungslücke im Alter ausmachen.

Gastautor: Jürgen Twelker


